Mein schönster Fund
Sicher ist der Eisenrosenfund von 1982 vom Lukmanier dabei. Auch der Fund des seltenen Axinites in dieser Grösse von 1986 im ausgesetzten Couloir am Piz Vallatscha hat mich sehr gefreut. Die Goldkristalle auf Bergkristall aus der Lukmanierschlucht von 1991 gehören auch dazu. Dann natürlich die brillanten Rauchquarze von Puzzetta im Val Medel und als grösster Fund durfte ich die bis 35 kg schweren Rauchquarzspitzen vom Piz Blas im Val Nalps heimtragen.

Meine schönsten Funde habe ich im Schweizer Strahler publiziert.



Hier als Leseprobe steht die Geschichte meines Fundes der grossen Rauchquarze im Val Nalps 



Und hier noch der Text in lesbarer Form:

Rauchquarz vom Piz Blas (GR)

Der Piz Blas (3019 m ü.M.) liegt zuhinterst im Val Nalps an der Grenze zum Kanton Tessin. Das Val Nalps ist eines der zahlreichen Seitentäler der Gemeinde Tujetsch. Es zweigt bei Sedrun nach Süden ab. In diesem Gebiet können grosse Quarzkristalle vorkommen. So ist vom Piz Blas ein "Riesenquarz" von 65 cm Höhe, 80 kg Gewicht und 100cm Umfang beschrieben. Im Sommer 2006 glückte ein erwähnenswerter Rauchquarzfund mit einer schlanken Quarzspitze von 60 cm Länge und 35 kg Gewicht.

Im Jahr 2004 wechselte ich in eine neue Gegend und lernte das Tavetsch als interessantes Strahlergebiet kennen. Besonders sprach mich das ruhige und weitläufige Val Nalps an. Im Herbst 2005 sties ich auf eine interessante Stelle auf rund 2800m ü.M.

Der Fund

Der Fels war stark mit Quarz durchzogen. Es entstand der Eindruck, irgenwo müsse eine Kluft sein. Ich sties dann auch auf eine kleine Kluft mit schönen Rauchquarzspitzen und etwas Synchisit. Als ich Ende Oktober noch eine schöne Spitze von 17 cm Länge aus dem Eis bergen konnte, hatte ich definitiv den Eindruck, dass die Kluft weitergeht. Ich beschloss daher, die Kluft im folgenden Jahr frühzeitig ausapern zu lassen. Dank der Winteröffnung des Lukmaniers zog ich bereits im April auf Tourenskis Richtung Piz Blas. Die Tourenfahrer, die dem Piz Rondadura zustrebten, wunderten sich über die grosse Schneeschaufel auf meinem Rucksack. Nach endlosen Traversen wechselte ich vom Tessiner Südhang in den kalten Nordhang und konnte mit dem Schaufeln beginnen. Im Mai war die Strasse ins Val Nalps offen. Damit konnte ich den angenehmeren Weg von Norden wählen. Auf der freigeschaufelten Ebene vor der Kluft hätte die halbe Ski-Nationalmannschaft einen Massenstart durchführen können. Der Wind zeigte sich als guter Baumeister und baute auf der ebenen Fläche immer wieder eine neue, dem Gelände angepasste Form auf.

Nach den Badeferien Mitte Juli hatte die Hitze die Kluftzone endgültig frei geschmolzen. Dies hatte zur Folge, dass sich die grossen Felsblöcke vor der Kluftzone durch ihr Gewicht talabwärts verschoben und die Kluft besser freigaben. Zum Glück erfolgten die grössten Bewegungen während meiner Abwesenheit. Ich konnte an der Kluft des Vorjahres weiterarbeiten. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich bei soviel Quarzband ein grösserer Hohlraum verbergen könnte. Ich began daher, an einer "Nebenkluft" links der bearbeiteten Stelle zu arbeiten und fand eine dicke, kurze Spitze von guter Farbe. Dies motivierte zur Weiterarbeit und anfangs August öffnete sich unerwartet die linksseitige Kluft mit grossen Quarzspitzen. Ich konnte eine grosse, mit Gestein durchsetzte Quarzstufe herausheben. Dahinter zeigten sich die Prismen eines grossen Quarzkristalls, der mit der Spitze nach unten um Kluftlehm steckte. Da ich bereits rund 48 kg im Rucksack hatte, liess ich die Kluft in diesem Zustand und stieg vorsichtig durch das frisch verschneite Gelände nach unten. Ausrutschen mit diesem schweren Rucksack war nicht erlaubt. Fünf Tage später machte ich mich gespannt auf den Weg, um den grossen Kristall herauszunehmen. Wegen des schlechten Wetters hatte die Kluft keinen anderweitigen Besuch erhalten. Ich machte mit einem kleinen Meissel die Anwuchsstelle etwas frei, um genügend Platz für mögliche Bewegungen zu erhalten. Danach konnte ich die Spitze einfach herausheben. Dank dem Kluftlehm wat sie unbeschädigt. Dahinter kam ein kleinerer Kristall zum Vorschein aber danach waren die ganz grossen Funde zu Ende.             Ich besuchte die Kluft noch dreimal, bevor ich das Werkzeug wegräumte und die Zone damit freigab. Die kleinere Kluft war denn auch bald wieder durch andere Strahler besetzt.

Der Kluftinhalt

Die beiden Klüfte enthielten überwiegend Einzelkristalle. Diese erwiesen sich offensichtlich resistenter gegen die Beanspruchungen durch Bergdruck und Frost. Die grössere Kluft hatte drei grosse Spitzen. Die grosse Spitze wiegt 35 kg und ist rund 60 cm lang, die kleinere wiegt 15 kg und ist 35 cm lang. Die dritte Spitze ist mit Gestein durchsetzt, 39 cm lang und wiegt 19 kg. Zwei grössere Gesteinsbrocken in der Kluft waren allseitig mit kleinen Quarzspitzen übersät und glitzern entsprechend. Weiter enthielt der Gesamtfund 4 Kristalle über 20 cm, 10 Kristalle von 10 bis 20 cm Länge sowie unzählige weitere Spitzen von sehr guter Qualität.

Der Piz Blas öffnete für einen Sommer seine Schatzkammern. Mit dieser Fundstelle ging der Traum von der grossen Kluft in Erfüllung. Gleichzeitig war die Bergung dieses Fundes ohne Helikopter und Sprengstoff eine grosse Herausforderung und liess mich die eigenen Grenzen erfahren. Nach einem Jahr mit sehr grossen Spitzen dürfte nach der Wahrscheinlichkeit ein Jahr mit sehr kleinen Spitzen folgen.






Über mich

Wer bin ich? Steine haben mich schon immer fasziniert. Daher bin ich selbst losgezogen, um Kristalle zu suchen. Am 29. Dezember 1974 durfte ich im Domleschg die ersten Kristallspitzen aus einer kleinen Kluft bergen.

Bis zu meinem 20. Lebensjahr strahlte ich vorwiegend in der näheren Umgebung von Chur. Dann ging ich mehr ins Lugnez und vor allem ins Val Medel. Vor bald 10 Jahren begann ich intensiver im Tavetsch strahlen.   Hier noch meine Daten: Ueli Eggenberger, in Chur geboren und aufgewachsen,verheiratet, 1 Tochter.Seit 2001 betreue ich die Mineralogie im Bündner Naturmuseum.